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Kaufberatung Mainboards

Auf diese Punkte sollten Sie vor dem Kauf eines Mainboards achten:

1. Formfaktoren - die unterschiedlichen Größen

Der Formfaktor beschreibt die Größe und Befestigungsmöglichkeiten des Mainboards. Die Standardisierung erlaubt den Austausch und das Kombinieren passender Komponenten.

Stark verbreitet ist das ATX-Mainboard, das perfekt zum ATX-Gehäuse passt. Das Kürzel ATX steht für „Advanced Technology Extended“. Die Platinen sind 305 x 244 mm groß. Kleinere Formate, wie das Micro-ATX-Format (häufig µATX abgekürzt), lassen sich in kleineren Gehäusen und auch Cubes verwenden und passen dank identischer Fixpunkte auch in ein größeres Gehäuse.

Die Standards legen weitere Kriterien für den Gehäuseaufbau fest: Beim ATX-Standard befinden sich beispielsweise die Anschlüsse für die Peripheriegeräte wie Maus und Tastatur immer oben links auf dem Mainboard. Zusätzlich gibt der Standard die Platzierung der Steckplätze für Erweiterungskarten wie Soundkarten und Grafikkarten vor.

Die folgende Tabelle zeigt unterschiedliche Platinengrößen. Ein Nano-ITX Mainboard können Sie in einem Nano-Gehäuse oder einem größeren verwenden. Die kleineren Varianten sind zu den größeren Gehäusen kompatibel.

  Mainboard-Bezeichnung
  Nano-ITX Mini-ITX Flex-ATX Mini-ATX Micro-ATX ATX BTX
Boardgröße
(in mm) 
120 x 120  170 x 170  229 x 191  284 x 208  244 x 244  305 x 244 325 x 267
Schnittstellen  1 Mini-PCI  AGP + 4 PCI  AGP + 2 PCI  AGP + 4 PCI  AGP + 3 PCI  AGP + 6 PCI 7 Slots

Tabelle 1: Die Formfaktoren von Mainboards

 

Wählen Sie im Zweifel besser ein größeres Gehäuse. Wenn Ihre Ansprüche steigen und Sie ein Mainboard mit mehr Anschlussmöglichkeiten benötigen, müssen Sie nicht gleich in ein neues Gehäuse investieren.

2. Die unterschiedlichen Sockel für Ihre CPU- welcher Sockel passt für Sie?

Der Sockel ist die Schnittstelle zwischen Mainboard und Hauptprozessor. Die Hersteller Intel und AMD entwickeln für ihre Prozessoren eigene Sockel, die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche CPU auf welchen Sockel passt:

Hersteller Sockel Jahr Prozessoren
AMD  AM3 2009  AMD Athlon II, Phenom II 
AMD  AM3+  2009  AMD FX-Reihe auf Basis von Vishera und Zambezi 
AMD  FM2  2012  AMD Fusion-Prozessoren mit mehreren CPU-Kernen und einem GPU-Kern 
AMD  FM2+  2013  Beispielsweise der APU A10-7850K 
AMD  FM3  2015  Summit Ridge Prozessoren auf Basis der Zen-Architektur 
Intel  1155  2011  Intel Celeron und Intel i-Reihe auf Basis der Sandy- und Ivy-Bridge 
Intel  2011  2011  Intel i7-Reihe auf Basis von Sandy-Bridge-E 
Intel  2011-3  2014  Haswell-E-Prozessoren 
Intel  1150  2013  Intel i-Reihe mit Haswell- und Broadwell-Architektur
Intel  1151  2015  Intel Skylake-Architektur, auch die zukünftigen Architekturen Kabylake und Cannonlake 

Tabelle 2: Die Sockelarten von AMD und Intel für Ihre Prozessoren

 

Sparfüchse können zum Vorgänger 2011-3 greifen. Die Mainboards erhalten Sie entsprechend günstiger und wählen gegebenenfalls eine höhere Ausstattung für das gleiche Geld.

AMD Sockel

AMD entwickelt seit einigen Jahren seine APUs immer weiter, weshalb sich die Sockel zuletzt langsam verändert haben.

 

APUs sind Prozessoren mit integriertem Grafikchip.

Aktuelle APUs wie der A10-7850K nutzen den Sockel FM2+. Passende Mainboards bieten für alte Spiele genug Leistung und sind auf Alltagsanforderungen ausgelegt. Größere Exemplare ohne Grafikkern verwenden den in die Jahre gekommenen Sockel AM3+.

2016 soll diese Trennung aufgehoben werden. In Planung sind neue Prozessoren mit der Bezeichnung "Summit Ridge", die auf der sogenannten "Zen-Architektur" (AMD64) aufbauen und den Sockel FM3 bzw. AM4 erfordern. Wenn Sie die Anschaffung eines AMD-Prozessors der neuesten Generation planen, lohnt also das Warten auf die neuen Prozessoren. Das Mainboard mit FM3-Sockel bleibt für einige Jahre aktuell.

 

Die Architektur bezeichnet den Prozessoraufbau bzw. den Aufbau des Prozessorkerns. Innerhalb einer Architektur kann es Prozessoren mit mehreren Kernen geben

Intel Sockel

Bei Intel ist der gängige Sockel 1150 für Prozessoren mit Haswell- und Broadwell-Architektur der Nachfolger des Sockels 1155. Bis Mitte 2015 war der Sockel 1150 der verbreitete Standard. Die Leistung reicht für Multimediaanwendungen und zum Internetsurfen locker aus. Auch Spielern bietet die Architektur eine akzeptable Leistung.

Mainboard-Enthusiasten und anspruchsvolle Gamer greifen zum Sockel 2011-3 mit dem Chipsatz X99. Sie profitieren von den umfangreichen und schnellen Schnittstellen für Grafikkarten, Festplatten und mehr.

Die Prozessoren mit Skylake-Architektur (6. Intel-Core-i-Generation) und Dual-Channel-DDR4-Speichercontroller erfordern den neuen Sockel 1151. Auch die kommenden Architekturen Kabylake und Cannonlake sollen auf diesem Sockeltyp aufbauen, der eine sichere Investition für die nächsten Jahre darstellt. Von einem Mainboard mit Sockel 1151 profitieren Gamer am meisten. Es bietet in vielen Fällen die beste Leistung. Wenn Sie die Investition in ein neues Mainboard mit Intel-Sockel planen, lohnt also die Investition in ein Modell mit Sockeltyp 1151.

 

3. Der Chipsatz – wichtigster Assistent des Hauptprozessors

Auf Mainboards von Herstellern wie MSI, Gigabyte oder Asus ist ein Chipsatz integriert, der denZugriff der CPU auf die einzelnen Komponenten steuert. Ohne ihn ist die Steuerung von Geräten wie Tastatur und Maus unmöglich. Der Chipsatz legt einen großen Teil der zusätzlichen Ausstattung fest. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick. RAID (rechte Spalte) gibt an, welche RAID-Level mit dem Mainboard möglich sind.

Hersteller Chipsatz (Sockel) PCI-Express
Version
SATA 2 SATA 3 USB 2.0 USB 3.0 RAID*
AMD  970 (AM3, AM 3+)  2.0  14  0, 1, 5, 10 
AMD  990FX (AM3, AM 3+)  2.0  14  0, 1, 5, 10 
AMD  A55 (FM2)  2.0  14  0, 1, 10 
AMD  A75 (FM2)  2.0  10  0, 1, 10 
AMD  A85FX (FM2)  2.0  10  0, 1, 5, 10 
AMD  A58 (FM2+)  3.0  14  0, 1, 10 
AMD  A68H (FM2+)  3.0  0, 1, 10 
AMD  A78 (FM2+)  3.0  10  0, 1, 10 
AMD  A88X (FM 2+)  3.0  10  0, 1, 5, 10 
Intel  X79 (2011)  2.0  4 14  0, 1, 0+1, 5, 10 
Intel  H61 (1155)  2.0  10 
Intel  Z68 (1155)  2.0  14  0, 1, 0+1, 5 
Intel  Z77 (1155)  2.0  10  0,1,0+1, 5, 10 
Intel  H97 (1155)  3.0  0, 5, 10 
Intel  H87 (1155)  3.0 
Intel  H170 (1151)  3.0  0, 5, 10 

Tabelle 3: Chipsätze von AMD und Intel in der Übersicht

 

Ein RAID-System dient der redundanten Anordnung mehrerer Festplatten zu einem logischen Laufwerk. Vorteile sind eine höhere Ausfallsicherheit und schnellere Datenverarbeitungen.

Serienkürzel und Einsatzbereiche

Die 8-Kern-Desktopprozessoren von AMD entfesseln ihre starke Leistung mithilfe der 9er-Serie. APUs nutzen die Chipsätze der A-Serie.

Die Grafikleistung der APUs reicht für Büroanforderungen in der Regel aus. Gamer und Anwender mit hohem Anspruch an schnelle Grafikberechnungen erreichen mit einer separaten Grafikkarte bessere Leistungen.

Bei Intel zeigt der erste Buchstabe den Haupteinsatzbereich bzw. die Ausstattung an. Für Business-Lösungen eignen sich B- und Q-Chipsätze von Intel. Der H-Chipsatz bietet mehr Anschlussmöglichkeiten, der Z-Chipsatz volle Übertaktungsmöglichkeiten.

Professionelle Anwender, etwa in der Musikproduktion oder Videobearbeitung, setzen auf die Hochgeschwindigkeitschipsätze mit dem X. Die H- und Z-Versionen richten sich an normale Heimanwender. So eignet sich beispielsweise die Kombination aus H170-Chipsatz mit einem Intel-Prozessor der sechsten Generation für Multimedia-Anwendungen und zum Gaming. Typischerweise stehen Ihnen dabei 16 Lanes für Erweiterungskarten, zusätzliche Controller und M.2-SSDs zur Verfügung – beim Vorgänger waren es noch sechs.

 

 

PCI Express verbindet Peripheriegeräte mit dem Chipsatz. Die Lanes geben die Anzahl der parallelen Leitungen für die Datenübertragung an.
M.2 bezeichnet eine Spezifikation für interne PC-Erweiterungskarten, die Größe und der Anschluss ist vorgegeben.

4. Mainboard-Anschlüsse für SSD-Festplatten

Wie schnell der PC arbeitet, hängt neben dem Prozessor und Chipsatz auch von der Festplatte ab. Moderne SSDs beschleunigen sämtliche Arbeitsprozesse – eine absolut lohnenswerte Investition. Folgende Schnittstellen ermöglichen den SSD-Einbau:

  • SATA 6G mit max. 600 Megabyte/s (ausreichend für typische Desktop-Nutzung)
  • SATA Express mit max. 1 Gigabyte/s (PCIe 2.0) bzw. 2 Gigabyte/s (PCIe 3.0)
  • m.2 mit theoretisch max. 4 Gigabyte/s (abhängig von den verfügbaren PCIe-3.0-Lanes)
  • PCI Express ist eigentlich für Erweiterungskarten, bietet auch max. 4 Gigabyte/s

Welche Schnittstelle die richtige Wahl ist, hängt von der maximalen Geschwindigkeit der SSD unddem Endgerät ab. Beispielsweise bieten sich kleine M.2-SSDs mit geringem Gewicht für den Einbau im Tablet-PC oder Notebook an.

Stellen Sie bei der Auswahl sicher, dass das Mainboard für heute und die Zukunft über ausreichend Steckplätze verfügt. So lässt sich zum Beispiel eine hochwertige Soundkarte später einfach nachrüsten. Desktop-PCs für das Büro benötigen hingegen weit weniger Schnittstellen, Mainboard und Gehäuse können dementsprechend deutlich kleiner sein.

 

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12.12.2018 11:32:05